Donnerstag, 16. März 2006

nicht mal mehr 6

Mein lieber Cap,
nicht einmal mehr 6 Stunden sind es, bist du wieder auf unserem gemeinsamen Heimatboden ausfsetzt. Und in nicht mal mehr 8 Stunden können wir uns endlich wieder in den Armen halten können. Putzen und ein bisschen einkaufen habe ich gestern sogar noch geschafft. Und Lilien habe ich kaufen können. Und die Sonne kommt langsam auch wieder raus. Und ich muss morgen und Montag und Dienstag nicht arbeiten. Zumindest nicht nicht zu Hause. Ich freu mich auf dich. Flieg vorsichtig.

In Liebe Deine Polly

Mittwoch, 15. März 2006

Dickkopf

Lieber CAP,
ich kann den Schnee hier nicht mehr sehen. Es ist kalt und das Auto war heute sogar mit einer dicken Eisschicht innen versehen. Außerdem hat mich dieses eine kleine Glas Rosé heute richtig außer Gefecht gesetzt. Ich fühle mich, als ob ich die ganze Nacht durchgemacht habe. Nicht gut das. Rückblickend ein ganz komisches Gefühl, endlich mal wieder zurück zu sein und in Berlin zu sein. Dabei habe ich immer noch nicht richtig Zeit gehabt, die Wohnung endlich mal wieder zu putzen oder einzukaufen. Das muss ich dringend mal wieder tun. Der Staub ist schon ganz schwarz geworden. Aber eigentlich ist das ja auch erst mein zweiter Tag wieder da. Gestern war ich noch im Yoga. Es gibt tatsächlich Muskeln, von deren Existenz ich vorher nichts wusste.
Mach das die Stadt umgeht! Flieg los du - na mach schon.

Deine Polly

Montag, 13. März 2006

Lebenszeichen

Bishkek, Sonntag 12. März

Endlich komme ich wieder ein wenig zum Schreiben. Seitdem fest steht, dass ich abreise, ist das Programm voll gepackt. Die letzten zwei Tage waren wir am Issy-Kul zur Motivbesichtigung. Der Issy-Kul ist ein riesiger See, die größte Ausdehnung ist 230 Kilometer. Es waren zwei stressige aber aufregende Tage. Stressig weniger wegen den schlechten Straßen oder abenteuerlichen Unterbringung, sondern wegen des Denkaufwandes. Wir haben um die zwanzig Motive gesehen, zu jedem musste ich einen qualifizierten Kommentar parat haben. Denken strengt manchmal arg an. Der See und die Landschaft sind toll. Ich hab ein paar gute Bilder gemacht. Die Städte und Dörfer sind umso uriger, je weiter man sich von Bishkek entfernt. Viele Hirten, Nomaden. Die Menschen leben hier in einer anderen Zeit. Ich war heute in einer Schule, da ist die Zeit vor Langem, vielleicht vor 30 Jahren stehen geblieben. All die alten Losungen und Plakate aus der Sowjetzeit hängen an den Wänden. Die Klassenräume sind zum Teil seit den 50er Jahren unverändert. Wahnsinn.

Ich habe auf der Reise mit dem Regisseur in einem Zimmer übernachtet. Das zählt hier als große Ehre. Leider schnarcht er, nicht viel, aber doch merklich.(Habe Ohropax in Bishkek vergessen).
Bei mir wohnt jetzt der Bruder von dem Regisseur. Der ist Künstler und soll mit mir an ein paar speziellen Sequenzen mitarbeiten. Jetzt sollen wir uns kennen lernen. Ein ganz netter Typ, hat aber wenig Ahnung vom Kino. Na ja schauen wir mal. Am Dienstag fahre ich nach Kasachstan nach Alma Ata. Das Visum war ruckzuck fertig, als wir sagten, dass ich zu Kazakhfilm fahre. Allerdings haben die eine lustige Logik dort, wir fragten, wann wir das Visum denn abholen sollen, : "Kommen sie ab 18 Uhr. "Wann schließen sie? "18 Uhr." Das ist kasachische Logik. Na ja so waren wir um halb sechs schon da.

Es fällt mir gerade ein, habe gerade mit Karsten telefoniert, über das Projekt gesprochen, auch ein paar Worte über Karaganda. Die haben das Script gelesen und denken auch, dass es auf einem guten Weg ist. Detaillierter dann in Berlin. Hat mich schon gefreut und erleichtert. Super nicht?

Wie geht es Dir, meine Liebste? Ich freue mich schon so sehr auf Dich. Irgendwie schmerzt es gar nicht so sehr, dass das Projekt erst mal angehalten wird. Lieben Gruß auch an Becki . (richtig geschrieben?) Ich gehe jetzt mal schlafen, die 400 km Schotterpiste stecken doch in den Knochen. Ich träume von Dir. Deiner Einer. Du bist die tollste Frau, die ich mir vorstellen kann.

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter.

Dein staubiger Cap

Sonntag, 12. März 2006

Ratte

Lieber Cap,
das Wetter steht Kopf und ich bin fast froh gerade nicht in Berlin zu sein. Hier in London ist es zwar kalt, aber es schneit nicht. Schnee macht ab einem gewissen Zeitpunkt keine gute, sondern nur noch schlechte Laune. Geade ist genau dieser Zeitpunkt erreicht. Seit ein paar Tagen habe ich London jedoch schon wieder gedanklich mehr oder weniger verlassen und mich auf die Reisen der Fantasie konzentriert. Ich habe mich wieder einmal auf deutsche Literatur gestuerzt und so, wie es aussieht, uebers Wochenende wieder drei Buecher gelesen. Zum Glueck hatte B. welche auf deutsch und sogar einige, die ich schon immer einmal lesen wollte, aber nie konnte. So habe ich es mir heute ausschliesslich "zu Hause" gemuetlich gemacht und gelesen. Die anderen beiden Buecher habe ich nachts bewaeltigt. Schon komisch, wenn man in einer fremden Stadt nicht genug Leute kennenlernt, um abends etwas zu unternehmen. Und es ist auch etwas anderes, nicht in seinen eigenen vier Waenden zu sein obwohl ich hier durch- und ueberaus herzlich empfangen werde. Ich freue mich sehr auf morgen und die Nacht im eigenen Bett. Ich habe am 23. noch ein Gespraech in D. D.h. am 4.4 wird es mit den Gespraechen erst einmal vorbei sein und ich werde die weiteren Entwicklungen abwarten. Soviel geht mir gerade im Kopf herum... Das weitere Leben zu planen kann ganz schoen aufregend sein. Aber mehr dazu, wenn es dich wieder gibt.

In Liebe,
deine nachdenkliche Polly

Samstag, 11. März 2006

Vermisstes

Lieber Cap,
wo steckst du nur und warum hoere ich so selten etwas von dir. Irgendwie macht mich das traurig... wird das jetzt immer so sein, wenn wir getrennt sind? Das Tage ueber Tage ohne Nachrichten vergehen?

Fragt sich deine polly

Freitag, 10. März 2006

Alleinsamkeit

Lieber Cap,
heute ist ein ganz durchwachsener Tag. Irgendwie macht London nicht so viel Spass, wenn man a) alles schon mal irgendwie gesehen hat b) ganz alleine unterwegs ist c) es meist nieselt kurz davor oder kurz danach ist und man d) auch nicht mehr soviel Geld hat, um einfach das zu machen, dann ist es hier ganz schoen oede. Irgendwie vermisse ich gerade unser Zuhause sehr und vermisse Kuschel. Zeit absitzen bis zum naechsten Gespraech uebe ich hier gerade. Und sehne mich so sehr nach meinen eigenen vier Waenden. Das ist doch was ganz anderes. Dafuer war ich heute wieder mal in der Tate Modern und habe mir deutsche Sachen angeguckt. VOn der einen Ausstellung war ich sogar so begeister, dass ich den Katalog dazu gekauft habe. Das kommt wirklich selten vor. Dann war ich noch in dieser japanischen Zuckerfabrik und habe diesmal drei Sachen gekauft - fuer 5 Pfund. Ich bin mal gespannt wie sie schmecken. Kannst du dich noch erinnern, wie wir vor ein paar Monaten gemeinsam dort waren? Da war es hier noch richtig kalt - aber wenigstens sonnig. Ich mache mir jetzt einen Tee, beisse in den Zuckerkram und traeume ein wenig.

Ich hab dich so lieb, deine Polly

Donnerstag, 9. März 2006

Zeitraeume

Mein Lieber Cap,
die Reise gestern war gut und mit dem ankommen bei B. hat auch alles super geklappt. In einigen Minuten mache ich mich auf zu meinem ersten Gespraech. Ich bin gespannt aber bei weitem nichts so nervoes wie gestern. London fuehlt sich so einsam an ohne dich. Ein ganz merkwuerdiges Gefuehl hat mich hier gestern beschlichen. Ich habe mich gefragt, ob ich ueberhaupt noch in diese Stadt will. Gestern hat es sich so anders als sonst angefuehlt und an so vielen Orten musste ich an dich denken. Das fing mit der Busfahrt von Airoirt Luton zur train station an und wird bei weitem noch nicht aufhoeren. I miss you so much! Was wuerde ich gerade geben, wenn du hier bei sein koenntest und wir die Stadt unsicher machen koennen.

Ich kuesse dch, deine polly

Mittwoch, 8. März 2006

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Lieber CAP,
gleich steige ich in die Lüfte, um London wieder einmal unsicher zu machen. Seit langer Zeit das erste Mal ohne dich. Ich werde an all unseren Ecken an dich denken und dem Big Ben einen Gruß von dir schicken. Das Gespräch heute war ganz gut. Nichts festes (wie immer) aber die Idee mir regelmäßig ein Zeitkontingent abzukaufen und so sich gegenseitig zu beschnuppern. In zwei Wochen weiß ich, ob es klappt. Wäre nicht schlecht und ein wenig Freiheit beim Suchen mit einer kleinen Chance dabei zu bleiben. Ich bin froh, dass die letzten 50 Stunden vorbei sind. Da war kaum Luft zum Atmen, aber viele schöne Sachen habe ich erlebt. Ich habe mich gestern mit S. getroffen, den ich an Weihnachtesn an M's Gebirtstag kennengelernt habe und das war so nett, das wir beschlossen haben es bei Gelegenheit zu wiederholen. Aber bald mehr, wenn ich in aller Ruhe in einem Internetcafé oder wo auch immer sitze. Ich freue mich auf die knappe Woche. Und auf dich, der du bald wieder zu mir zurück fliegst. Ich habe einen Schmetterling losgeschickt, der dir Küsse bringen soll.
Hoffentlich verfliegt er sich nicht...

In Liebe,
deine Polly

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